Forderungen

Wir fordern:

01. Mehr Sichtbarkeit der vielfältigen lesbischen* Identität

Lesbisches* Leben und damit lesbische* Sichtbarkeit hervorheben, denn je unsichtbarer wir sind, desto weniger Geltung haben wir in der Mehrheitsgesellschaft. Wir wollen, dass Lesben* in der Gesellschaft akzeptiert, stereotype Bilder von Lesben* aufgelöst werden und die vielfältige lesbische* Kultur in all ihren bunten Facetten authentisch gezeigt und zum Ausdruck gebracht wird.

02. Reformation des Art. III Grundgesetz

Aufnahme der Strukturkategorie sexuelle Identität in den Gesetzestext: „Niemand darf wegen des Geschlechtes, sexuelle Identität, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glaubens, religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden.“

03. Queere Bildung

Lesbische* Identität, Bi*- und Pan*sexualität sollen als reale Lebensformen in Lehrmaterial und Schulunterricht auftauchen und sollen Teil des Kerncurriculums sein. Hetero- und Homosexualität sowie geschlechtliche Vielfalt sollen Kindern ohne Vorurteile als Lebensform aufgezeigt werden.

04. Stabile Förderung für lesbische* Projekte

Lesbische* Projekte, Vereine, Organisationen, Gruppen und Veranstaltungen müssen stabil und ausreichend gefördert werden. Die Stadt Hannover, Region Hannover, das Land Niedersachsen und der Bund sollen verbindlich entsprechende finanzielle Förderungen bereit stellen.

05. Lesbische* Wohnprojekte

Förderung und Neubau lesbischer* Wohnprojekte, mit dem Bedürfnis nach Kontakt, Kommunikation, Vielfalt und Zugehörigkeit sollen gefördert werden. 

06. Reformierung des Abstammungsrechts

Die Ungleichbehandlung lesbischer* Ehepaare soll beendet werden, sodass in lesbischen* Ehen das Sorgerecht und die automatische Mutterschaftsanerkennung der nicht-biologischen Mutter* gesetzlich geregelt ist, wenn ein Kind geboren wird, ohne dass der demütigende und langwierige Prozess einer Stiefkindadoption durchlaufen werden muss.

07. Gleichberechtigung bei Vermittlung von Pflegekindern und bei Adoption

Die Aufnahme eines Pflegekindes ist zwar möglich, dennoch ist die Auseinandersetzung mit den Behörden für Regenbogenfamilien, die eben nicht das typische Vater-Mutter-Kind-Konzept verkörpern, ungleich schwerer. Die Geschlechter der Eltern* sind bei der Vermittlung unerheblich; ein Kind braucht vor allem Liebe und fürsorgliche Bezugspersonen. Gleiches gilt für Adoptionen.

08. Bessere Berichterstattung über Lesben* in Presse und Journalismus

Die Presse soll ein reales und positives Bild von Lesben* vermitteln. In Film, Fernsehen und Radio gibt es zu wenig lesbische* Vorbilder. 

09. Verbesserung der Situation für Lesben* im ländlichen Bereich der Region Hannover

Insbesondere in den ländlichen Regionen bedarf es noch viel Einsatz, um lesbischem* Leben einen Raum zu schaffen, denn auf dem Land fällt die Sichtbarkeit und Akzeptanz noch geringer als in den Städten aus. Förderung lesbischer* Gemeinschaftsprojekte und Vereine können dem entgegenwirken und dementsprechend auch ein Coming-Out erleichtern sowie das Leben auf dem Land attraktiver machen.

10. Mehr Sichtbarkeit von Lesben* in Geschichte und Gegenwart 

Aus Mangel an Quellen, weil Frauen* aufgrund ihrer Unterdrückung selten namentlich Urheberin* eines veröffentlichten Textes waren, kommen sie in der Geschichte kaum vor. Doch es gab und gibt sie, als Ärztinnen*, Schriftstellerinnen*, Sexualwissenschaftlerinnen*, Sportlerinnen*, Sängerinnen*, Schauspielerinnen*, Wissenschaftlerinnen*, Intellektuelle*, etc.

11. Besser zugängliche Reproduktionsmedizin

Die assistierte Reproduktion ist bei Frauen*paaren unzureichend geregelt, deshalb ist es den Reproduktionsmediziner*innen möglich, die Behandlung aufgrund von Vorurteilen abzulehnen oder höhere Preise anzusetzen. Die Kinderwunschbehandlung sollte per Bundesgesetz für Frauen*paare verbindlich geregelt werden, sodass es keinen Raum für Einschränkungen und Diskriminierung gibt. Legitimierung der Eizellenspende (ROPA-Methode): Zuerst lässt sich eine der Frauen ihre Eizellen entnehmen und mit Hilfe von Spendersamen künstlich befruchten, anschließend werden sie ihrer Partnerin eingesetzt, welche dann das Kind austrägt.

12. Verbesserung des lesbischen* Lebens im Alter

Pflegepersonal soll auch in Bezug auf lesbisches* Leben im Alter besser geschult werden. Eine Sensibilisierung auf frauenspezifische Altersversorgung in der Medizin ist dringend notwendig.  Projekte gegen Isolation von alleinstehenden lesbischen* Frauen* sollen gefördert werden. Mögliche lesbische* Altersarmut soll in der Politik thematisiert werden, sowie eine Reformierung des Steuerrechtes. 

13. Keine Gewalt gegen Lesben* und Frauen*

Wir stellen uns offen gegen physische und psychische Gewalt und fordern die ganze Gesellschaft dazu auf, hinzuschauen und bei der Wahrnehmung von Diskriminierung und Gewalt zu handeln. Solidarität zu zeigen ist ein wichtiges Mittel zur Gewaltprävention, deshalb sollten wir klare Signale senden, am Arbeitsplatz, auf der Straße, im privaten Umfeld und überall. Auch Beratungsstellen und Frauenhäuser sind wichtige Institutionen, die dringend Unterstützung benötigen.

14. Überarbeitung des „Transsexuellen-Gesetzes

Die gesetzlich vorgeschriebene mehrfache Begutachtung der geschlechtlichen Identität ist ein unnötig langer Prozess, sie ist kostspielig und greift in hohem Maße in die Intimsphäre ein und ist somit eine zusätzliche Belastung für Betroffene*. Die gutachterliche Überprüfung ist nicht zweckdienlich und ist mit dem Selbstbestimmungsrecht nicht vereinbar. Es sollte ein vereinfachtes diskriminierungsfreies Antragsverfahren geben, denn es ist niemand imstande, die Geschlechtsidentität eines Menschen zu verifizieren außer die Person selbst.

15. Unterbringung lesbischer* Frauen* mit Fluchterfahrung

In den Unterkünften für Menschen mit Fluchterfahrung gibt es immer wieder Gewalt gegen lesbische* Frauen* aufgrund ihrer Homosexualität. Es bedarf weiterer Schutzmaßnahmen, um den Frauen* das Leben in den Flüchtlingsunterkünften zu erleichtern. 

16. Mehr Sichtbarkeit für lesbische* People Of Colour und mit Lesben* mit Migrationserfahrung

Frauen* mit Migrationserfahrung sind in der Gesellschaft gleich mehrfacher Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Sexualität und ihrer Herkunft (und Hautfarbe) ausgesetzt. Dem soll entgegengewirkt und eine umfassende Integrationsarbeit geleistet werden. 

17. Entschädigung Intersexueller Menschen, die Zwangsoperationen erleiden mussten

Frühkindliche Operationen, die ohne medizinische Indikation erfolgen und nur der körperlichen Anpassung dienen, wurden und werden an intersexuellen Kindern ohne Zustimmung durchgeführt. Dies sind menschenrechtswidrige Eingriffe und sie haben schwerwiegende Folgen für die erwachsenen Betroffenen. Das Recht auf Selbstbestimmung ist unantastbar und ein kompetenter Umgang mit den Bedürfnissen von intersexuellen Menschen muss gestärkt werden. Es sollte einen Entschädigungsfond für Betroffene geben und einen verbindlichen Rechtsschutz für intersexuelle Kinder.

18. Mehr lesbischer* Raum in der queeren Szene

Frauen* nehmt euch den Raum, seid sichtbar, vernetzt euch, zieht gemeinsam los, setzt ein Zeichen, steht für unsere Rechte ein und seid authentisch. Es gibt uns, wir wollen gesehen und gehört werden und uneingeschränkt akzeptiert werden.

19. Mehr gegenseitiges Empowerment unter Lesben*

Frauen* verbündet euch und zieht mit uns auf die Straße!

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